21 Sep 2015

Offener Brief an Dompropst Pichlbauer

Wiener Neustadt, am 21.9.2015

 

Hochwürdigster Herr Dompropst Msgr. Pichelbauer,

mit Unverständnis haben heute viele Identitäre durch die Redaktion der NÖN vernommen, dass Sie sich durch die Abbildung des Wiener Neustädter Doms auf einem unserer Flugblätter gestört fühlen. Sie sagten, dass der Dom für das genaue Gegenteil von dem steht, wofür die Identitäre Bewegung eintritt und dass Sie mit sogenannten „Rechten“ nicht in Berührung kommen wollen.

 

Als Leiter und Verantwortlicher der Identitären Bewegung Niederösterreich und damit der Ortsgruppe Wiener Neustadt kann ich nur hoffen, dass diese sehr bedenklichen Aussagen ihrerseits daraus resultieren, dass Ihnen keine neutralen Informationen über unsere Bewegung vorgelegt wurden, sondern Sie Opfer der gezielt verstreuten Desinformationen über unsere Bewegung wurden. Darum habe ich mich entschlossen, diesen Offenen Brief an Sie zu schreiben.
Zuvor sei gesagt: der Dom von Wiener Neustadt ist ein Wahrzeichen unserer Stadt. Mit seinem hohen Alter steht er nicht nur für die lange Tradition der Stadt Wiener Neustadt, sondern ist auch Symbol für unsere abendländische Kultur. Gerade hier in Ostösterreich erinnern Kirchen dieses Alters immer wieder daran, was sie alles überstanden haben. Ich denke hier etwa an die Zeit der Türkenbelagerungen, bei welchen der Wiener Neustädter Dom eine bedeutende Rolle spielte, weil von hier aus ihr Vorgänger Bischof Theoderich Kammerer im Jahre 1529 die Bürgerwehr von Wiener Neustadt direkt befehligte und so alle Angriffe der Türken erfolgreich abwehren konnte. Auch das ist die Tradition, in welcher der Wiener Neustädter Dom steht: die Verteidigung des Eigenen.

 

Wir Identitäre setzen uns getreu dieser Tradition ebenfalls für unser Recht auf Identität und Heimat ein - für den Erhalt unserer uralten Kultur und Traditionen, die heute durch Massenzuwanderung und Islamisierung mehr denn je bedroht sind. Auf demokratische Weise auf die herrschenden Missstände hinzuweisen, sehen wir nicht nur als unser Recht, sondern geradezu als Pflicht eines mündigen Bürgers an. Aus diesen Gründen sehen wir den Dom von Wiener Neustadt als ein Symbol an, das bestens zu unserer Bewegung passt.

 

Ein Symbol, das wir auch für ein Flugblatt verwendeten, um zu einem Vortragsabend in Wiener Neustadt einzuladen. Dieses Flugblatt war Ihnen scheinbar so ein Dorn im Auge, dass Sie sich bereits Tage vor der Veranstaltung in einer unangenehmen und unschönen Weise an die Medien richteten. Wir fragen uns, warum haben Sie nicht zumindest die Veranstaltung abgewartet, um sich dort direkt über uns zu informieren oder uns Ihr Unbehagen direkt mitzuteilen? So wie das viele Wiener Neustädter getan haben, die die Gelegenheit nutzten, um mehr über uns und unsere Bewegung zu erfahren.

 

  • Warum sind Sie unserer herzlichen Einladung nicht nachgekommen und haben stattdessen mit reinen Vorurteilen gehandelt?
  • Warum haben Sie nicht an unserem Infoabend teilgenommen, um diese Vorurteile aus der Welt zu schaffen?
  • Warum haben Sie sich nicht direkt an mich oder an die Presseabteilung der Identitären Bewegung gewendet, sondern stattdessen an die Medien?
  • Wie können Sie es mit der christlichen Nächstenliebe vereinbaren, sich an der Hetze gegen junge Patrioten zu beteiligen?

 

Trotz dieser Fragen, die in den letzten Tagen vor allem von katholischen Identitären an mich herangetragen wurden, möchten wir ein Signal der Gesprächsbereitschaft zeigen. Denn wir sind vor allem jugendliche, hilfsbereite Menschen, die ihre Freizeit dafür opfern, sich für den Erhalt unserer Identität, gegen Rassismus und für ein Miteinander der Kulturen auf Augenhöhe einzusetzen. Das deckt sich unseres Wissens nach auch mit dem, was die katholische Kirche möchte, zumal einige von uns praktizierende Katholiken sind, die regelmäßig den Gottesdienst besuchen.

 

Gegenüber den Medien äußerten Sie, dass Sie mit solchen Leuten wie uns nicht in Berührung kommen wollen. Haben sie demnach vor, katholischen Mitgliedern der Identitären Bewegung den Zutritt zum Dom zu verwehren? Ich möchte Sie gerne an den März des Jahres 2012 erinnern, als ein junger, türkischstämmiger Bursche den Dom angezündet und einen Millionenschaden verursacht hat. Nur der unermüdliche Einsatz der Feuerwehr konnte verhindern, dass der Dachstuhl in Flammen aufging. Dennoch musste der Dom 6 Monate lang gesperrt bleiben.

 

Damals hatten Sie zu dem Burschen jedenfalls keine Berührungsängste - nein, sie haben dem Jungen verziehen und gemeint, es sei nicht so schlimm, da die Versicherung die Kosten tragen würde. Warum also sollten Sie uns nicht einmal die Möglichkeit einräumen, uns vorzustellen und Ihre Vorurteile zu abzubauen? Da ich auf ihren guten Willen vertraue, hoffe ich, dass sie den direkten Dialog mit uns suchen werden. Deshalb möchte ich Sie erneut herzlich zu unserer nächsten Veranstaltung, den monatlichen Stammtisch am Samstag den 3.10.2015 um 19:00 Uhr einladen.

Mit vorzüglichster Hochachtung,
Thomas Sellner,
Leiter der Identitären Bewegung Niederösterreich