Vortragsabend mit Kubtischek und Lichtmesz

27 November 2013

Lautes Stimmengewirr, Sesselrücken; betritt man den Saal, sieht man vor lauter Menschen den Raum nicht mehr. Junge Aktivisten sind, sich gegenseitig zurufend, scheinbar damit beschäftigt noch mehr Sessel zu organisieren. Gegenüber dem Eingang lächeln zwei junge Männer über einen Tisch hinweg, welcher voll mit Merchandise Artikeln beräumt ist, die allesamt das Lambda ziert. Eilfertig werden die richtigen Größen der Pullis herausgesucht, Zahlen in eine Tabelle geschrieben, Wechselgeld gezählt. Draußen vor dem Gebäude versammeln sich die Raucher, um in der feuchten, polizeiblau erleuchteten Novemberluft noch eine Zigarette zu rauchen. Die Polizisten wirken entspannt; „Ich glaub’ nicht, daß da heut’ noch Demonstranten kommen. Alles ganz ruhig. Und es regnet ja auch leicht…“.
Am Freitag, dem 22.11, fand in Wien der mittlerweile dritte Vortragsabend der Identitären Bewegung Wien statt. Bei den Vortragenden handelte es sich diesmal, neben dem Obmann der IBÖ Alexander Markovics, um niemand anderen als den Verleger Götz Kubitschek, der gemeinsam mit dem herausragenden Essayisten und Autor Martin Lichtmesz, die neue Verlagsreihe „Edition nordost“ des Antaios Verlages, vorstellte. Der neurechte Verlag Antaios ist bei konservativen Lesern für seine anspruchsvollen Sachbücher und die besonders beliebten Kaplaken-Bändchen, sowie nicht zuletzt für seine Zeitschrift „Sezession“ bekannt. Die Edition nordost bildet demnach eine Neuheit, wie auch Wagnis; war man sonst auf theoretische politische und geschichtliche Texte konzentriert, so will man nun „schöne Literatur“ der konservativen Leserschaft, in schöner und liebevoll gestalteter Aufmachung, zugänglich machen. Bislang sind vier Romane im Programm.
Zuerst begrüßte Markovics die reichlich und kaum mehr Platz findenden Gäste, und stellte die beiden Vortragenden und den Verlag Antaios vor. Dann ergriff der Verlagschef Götz Kubitschek das Wort und ging einleitend auf die Entstehung der Idee und die Entwicklung der Edition nordost ein, und das Wagnis „schöne Literatur“ für konservative Leser (welche sonst eher politische und historische Lektüre gewohnt seien) übersetzen zu lassen und zu verlegen. Bislang wurden die bereits erschienenen Romane aber durchaus positiv aufgenommen. Gerade im Hinblick auf unsere Jugendbewegung, welche junge Patrioten vom flimmernden, toten Bildschirm, raus auf die Straße bringen und zur Tat motivieren möchte, versuchte Kubitschek auch das Schreiben, wie auch die Verlagsarbeit, als politische Tat zu erklären. Im Anschluss daran stellte er den Kriegsroman des berühmten Historikers Joachim Fernau „Hauptmann Pax“ vor. Nach einer Lesung wurde der erste der beiden Kurzfilme gezeigt, die im Auftrag von Götz Kubitschek ein Aktivist aus Wien erstellt hatte und welche die gelungenen Illustrationen in den Romanen faszinierend cineastisch zur Geltung brachten. Danach ergriff Martin Lichtmesz das Wort, um den düsteren Roman Jean Raspails „Sieben Reiter verließen die Stadt“ vorzustellen. Jean Raspail ist für seine Dystopie „Das Heerlager der Heiligen“ zu Berühmtheit gelangt und geriet nun in jüngster Zeit erneut durch die heißdiskutierte Flüchtlingsthematik in den Interessensfokus der Medien. Lichtmesz verstand es meisterlich auf die Aktualität der Romane Raspails einzugehen und auf das Problem, dass er hierzulande kaum übersetzt und verlegt wurde.
Nach einer sehr interessanten Wechselrede von Kubitschek und Lichtmesz über die Aussagekraft und Verbindung der beiden Romane, wurde von Markovics in eine Fragerunde übergeleitet. Die zahlreichen Gäste hatten somit die ausgiebige Möglichkeit über Verlagswesen und die Hindernisse die mit konservativen Verlegen einhergehen zu erfahren. Erst als sich der Zeiger der Uhren Richtung Mitternacht bewegte, beendete der Obmann der Identitären Bewegung Österreich die hervorragende Veranstaltung und lud noch zum gemeinsamen Umtrunk in einem benachbarten Lokal ein.
Der dritte Vortragsabend verlief trotz linksradikaler Drohungen ohne Zwischenfälle und war der, mit gut 60 Gästen, mit Abstand erfolgreichste. Wenn es Mängel zu beanstanden gegeben hätte, dann, dass der Vortragsraum überfüllt war; bei einem solchen Besucheransturm, werden wir wohl das nächste Mal einen größeren Raum organisieren müssen – aber das soll unser geringstes Problem sein! Wir hoffen, dass das so weitergeht und zukünftig umso mehr Gäste zu unseren Vortragsabenden kommen!