Interview mit Thomas Sellner

Heute stellen wir die erste Person vor, die führend hinter der Identitären Bewegung Österreich steht und treffen Thomas Sellner, den Leiter der Identitären Bewegung Niederösterreich, zu einem Interview.

Hallo Thomas! Kannst Du Dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Thomas Sellner und ich bin 24 Jahre alt. Ich studiere Maschinenbau an der TU Wien. Mein Leben spielt sich im niederösterreichischen Baden ab, wo ich in meiner Freizeit gerne an alten Motorrädern schraube.

Wie bist Du zur Identitären Bewegung gekommen? Dein Bruder Martin ist ja ebenfalls in leitender Position – liegt es vielleicht an Eurem Elternhaus?

Von meinen Eltern habe ich vieles mitbekommen, wofür ich sehr dankbar bin. Eine harmonische Familie, wie ich sie erleben darf, ist leider ein sehr selten gewordenes Gut. Ich habe aber auch gelernt, dass unsere Heimat keine Selbstverständlichkeit ist. Die Heimat, die die Voraussetzung dafür ist, dass unser Streben nach Karriere, Familie und Selbstverwirklichung überhaupt einen Sinn hat.

Als die Identitäre Bewegung, damals in Form von „WIR“ (Wiens Identitäre Richtung) in Österreich Fuß zu fassen begann, war dies für mich natürlich ein sehr interessantes Ereignis. Noch nie hatte es in Österreich eine solche Bewegung wie die Identitäre Bewegung gegeben, die sich parteiunabhängig und fernab von Rassismus und Extremismus für unsere Heimat engagiert.

Warst Du vorher auch schon politisch aktiv und was war der ausschlaggebende Grund, warum Du ausgerechnet zur Identitären Bewegung gekommen bist? Warum ausgerechnet mit einer so jungen Bewegung von vorne beginnen?

Zur Identitären Bewegung bin ich gekommen, weil es für mich die erste und einzige Bewegung ist, die das Potential hat, etwas wesentlich zu verändern. Und natürlich auch deshalb, weil ein wichtiger Grundsatz der Identitären Bewegung die Tat, der Aktivismus, ist. Über die Probleme in Österreich und Europa große Reden schwingen, das können Viele. Doch wer wirklich etwas tun möchte, wer bereit ist seine Überzeugung zu leben und sich für seine Heimat einzusetzen, der ist in der Identitären Bewegung genau richtig.

Und noch etwas war ausschlaggebend für mich: Die Identitäre Bewegung zeigt, dass Patriotismus, die Liebe zur eigenen Heimat und der Kampf um diese Heimat etwas ist, das weder mit Rassismus, Fremdenhass oder irgendeiner Form von Extremismus zu tun hat.

Wie sieht denn eine Woche zwischen Studium, Arbeit und Aktivismus bei Dir aus?

Unser patriotischer Aktivismus ist sehr aufwendig. Diesen mit einem ebenso intensiven Studium zu vereinbaren, ist oft nicht sehr einfach. Ein Semester kann man planen, aber einschneidende, politische Ereignisse passieren oft unerwartet und plötzlich. In Ausnahmesituationen, wie z.B. im Herbst 2015 rund um den Asylwahnsinn, kann es natürlich passieren, dass man sich zwischen einer Aktion und dem Studium entscheiden muss. Ich gebe zu, dass im Zweifelsfalle die Entscheidung für den Aktivismus ausfällt. Grundsätzlich kann ich gar nicht verstehen, wie ein Mensch die innere Ruhe für eine Prüfungsvorbereitung aufbringen kann, während sein Land eine Invasion erlebt. Zudem muss ich auch Arbeiten, um mir meinen Lebensunterhalt zu sichern.

Bei linken Organisationen verstecken sich viele hinter Pseudonymen. Bei der Identitären Bewegung zeigen alle Gesicht und stehen hinter der Sache. Warum?

Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. Man sollte immer hinter allem stehen, was man macht. Egal ob es sich als falsch oder richtig herausstellt. Was den Einsatz für meine Heimat bei der Identitären Bewegung angeht, so bin ich mir zu hundert Prozent sicher, dass es das Richtige ist. Umso leichter fällt es mir, ganz offen dafür einzustehen.

Was war Dein schönster Moment als Aktivist?

Im Laufe der letzten Jahre gab es immer wieder wunderbare Momente. Immer wieder wurde der alte „schönste Moment “ durch einen neuen, noch gewaltigeren überboten. Ob es nun das wunderbare gemeinschaftliche Gefühl ist, wenn man mit tausend Menschen auf einer Demo marschiert oder der Moment nach einem anstrengenden Aktivismustag, wenn man die Zeitung aufschlägt und einem die Berichte der Aktion ins Auge springen.
Von all den vielen schönen Momenten ist mir einer am stärksten in Erinnerung geblieben: Es war der Moment als wir am 31.05.2015 am Schwarzenbergplatz plötzlich unsere 7 Meter lange Ausziehleiter an den Balkon der EU-Agentur für Grundrechte anlehnten und ich voller Adrenalin und mit pochendem Herzen als erster hinaufgestiegen bin.

Zum Schluss: Gibt es etwas, das Du den Österreichern immer schon sagen wolltest?

Natürlich: Ich hab sie gern. Ich hab die Österreicher gern. Ich habe im Zuge meines Engagements in den letzten Jahren sehr viele Österreicher in all ihren regionalen Eigenheiten kennengelernt. Darunter waren die unterschiedlichsten Charaktere und die herrlichsten Dialekte. Ich kenne die Vielfalt unserer Kultur und konnte hautnah erleben, wofür ich mich Tag für Tag einsetze. Dass man bereit sein muss, für das zu kämpfen, was man liebt.